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3. April 2017 Cichos Keine Kommentare

Folgende Interviews und Geschichten können Sie abrufen. Leichter geht es mit der Spalte “Suchen” - dort einfach Namen eintippen.

Buch “Mordakte Monika Weimar“: Das Buch erscheint Ende März 2017. Auch hier wurden alle originalen Ermittlungsakten ausgewertet. Siehe “Spezielle Storys” hier auf dieser Webseite. Das Buch hat 300 Seiten und kostet 22,95 Euro. Bestellungen über diese Web-Seite.

Buch “Mordakte Vera Brühne”. Das Buch erscheint März 2017. Es wurden alle originalen Ermittlungsakten und Gerichtsakten ausgewertet. Bisher waren diese gesperrt. Siehe weiteres dazu in der Kategorie “Spezielle Storys“. Das Buch hat 330 Seiten und kostet 22,95 Euro. Bestellungen über diese Webseite.

Monica Lierhaus: Interview:  ”Ein Wunder, dass ich noch lebe…”

Heiner Lauterbach: Treu sein kann so schön sein. Interview über Liebe, Treue, Ordnungssinn und warum Alkohol keine Rolle mehr spielt…

Christine Kaufmann: Es ist immer gut sich mit Ex-Männern zu versöhnen. Interview über Ehe-Tauglichkeit, Vergessen, Versöhnen, Verzeihen. Und ganz wichtig: Streit macht Falten….

Siegfried Rauch: Wer über das Traumschiff lästert, ist arm dran. Interview über Klischees, Familie, Altersvorsorge und warum ein Butterbrot mehr als köstlich schmeckt…

Jürgen Marcus: Feinfühlig, tiefsinnig, realistisch. Interview mit dem Sänger über den Begriff “Schlagerfuzzi”, Aufgaben im Leben, Wiedergeburt, Leben und Tod…

Klausjürgen Wussow: Sohn Sascha erinnert sich. Interview über Demenz, Depressionen und warum man ruhig auch mal traurig sein darf….

Herbert Herrmann: Der gezähmte Mann mit Jungbrunnen-Gen. Interview übers Alter, Fremdgehen, Rückblicke, Vorblicke…

Ingrid Steeger: Ein Wunder, dass ich noch lebe. Interview über ihre neue Biografie, Himmel, Hölle, Ängste, Zukunftstpläne…

Janine Kunze: Meine Mutter hat mich als Baby weggegeben. Interview mit dem Comedy-Star über eine ungewöhnliche Kindheit, Gefühle, Gedanken, Lebens-Reflexionen…

Howard Carpendale: Meine Seele war in einem tiefen Loch. Interview mit dem Sänger über Höhen und Tiefen in der Liebe und des Lebens…

Joachim Fuchsberger: Der Tod ist meine letzte Hürde…. /   Interview

Uwe Ochsenknecht: Interview über seine Buch-Biografie “Was bisher geschah…” und was vielleicht noch kommen wird….

Marika Rökk: Interview mit ihrer Tochter Gabriele über ihre Kinderzeit, Marika Rökks letzten Jahre und was sie ihr noch gerne gesagt hätte…

Die Geissens: So sind wir wirklich ! Interview mit Robert und Carmen Geiss über Liebe, Treue, Lachen, Streiten, Pleite- und Fremdgeh-Gerüchte…

Hildegard Knef:  Angst vor Glück !  Seltenes Interview mit ihrem Ex-Mann David Cameron

Winnie Markus: Woran der berühmte Film-Star wirklich starb. Interview mit ihrer Tochter Diana.

Freddy Quinn:  Lebens-Geheimnis. Interview mit Buch-Autor Elmar Kraushaar

Pierre Brice über sein Nah-Tod-Erlebnis und warum er an Schutz-Engel glaubt… (siehe Interview)

Sängerin Alexandra:  Ihr mysteriöser Tod gibt immer noch Rätsel auf. War es doch Mord ? Neue Indizien sprechen für sich… siehe spezielle Storys

O.W. Fischer: Familien-Geheimnis: Stammt er von Kaiser Karl ab? Interview mit Nichte Hannelore

Franz Beckenbauers ehemalige Lebensgefährtin Diana Sandmann über ihre Zeit mit dem “Fußball-Kaiser”, ihre Kunst-Malerei und warum sie sich nicht im Abseits fühlt. (seltenes Interview)

Prinz Ferfried von Hohenzollern über Tatjana Gsell, sein neues Leben und warum er einige Fehler bereut….siehe Interview

Elke Aberle: Der Ex-Kinderstar durfte kein Kind sein. Interview

Uwe Friedrichsen: Sohn Felix ist dem Schauspieler wie aus dem Gesicht geschnitten. Seine Ex-Freundin erzählt über das tolle Vater-Sohn-Verhältnis. Interview.

Gus Backus - der Sänger, der “Häuptling der Indianer”, hat seine Autobiografie geschrieben und rechnet hart, ehrlich und offen mit sich selbst ab. Interview

Susanne Uhlen: Ihre Schwester Barbara wäre als Kind beinahe gestorben. Grund: Mama Gisela Uhlen wollte sie und sich selbst umbringen. Interview mit Barbara.

Günter Strack: Sohn Michael erzählt zum ersten Mal über seine Eltern

Anita Hegerland über ihre Zeit als kleiner Kinder-Star an der Seite von Roy Black

Prinzessin Soraya Erbstreit aktuell November 2011 (Kategorie Allgemein)

Andre Rieu 1: War die Virus-Infektion ein Warnschuss? Interview mit dem Star-Geiger.

Winfried Noé: Warum er Jürgen Fliege sogar dankbar ist, dass ihm seine Frau ausgespannt hat. Interview mit dem Star-Astrologen.

Rosemarie Nitribitt - Edelhure. Es gibt noch viele heiße Spuren (Siehe “Spezielle Storys”.

Tony Marshall : Tapfer meistert seine behinderte Tochter Stella ihr Leben. Interview mit Stella.

Marianne Koch: Interview zum 80. Geburtstag. Unglaublich, dass ihr das Alter nichts anhaben kann…

Heintje : Als er ein Teenager war, wollte ihn jemand ermorden. Noch heute erinnert sich der Ex-Kinderstar an die schlimmsten Stunden seines Lebens. Interview.

Patrick Lindner: Interview: Ohne Sohn Daniel wäre ich ein Nichts…

Barbara Wussow: Schauspielern, Köchin, Mutter, Ehefrau - und das alles scheinbar perfekt. Oder gibt es doch ein paar Mini-Fehler zu entdecken? Interview.

Dagmar Koller: Noch immer trauert sie um ihren verstorbenen Mann Helmut Zilk. Interview.

Kessler-Zwillinge: Freimütig erzählen sie über den Tod, ihr Alter, Patienten-Verfügung - und warum sie immer noch so viel arbeiten. Interview.

Ingrid van Bergen: Tiefe Reue, tapferes Leben,  Todes-Ängste . Der Film-Star räumt mit sich selbst auf. Interview.

Marijke Amado: Alptraum Einbrecher. Noch heute denkt die Moderatorin mit Grausen an die Verbrecher in ihrem Haus. Interview.

Gunter Gabriel: Nichts bereut. Nichts ausgelassen. Und immer noch voller Power. Trotzdem denkt der Sänger über den Tod nach. Interview.

Ingrid Steeger: Tapfer meistert sie ihr Hartz 4-Leben. Und zum Glück ist wieder Licht in Sicht. Interview.

Abi Ofarim: Iris Berben war seine große Liebe. Ist er dann vielleicht nicht doch der Vater ihres Sohnes? Interview.

Andrea Berg: Unglaublich erfolgreich. Unglaublich sexy. Unglaublich lieb. Interview.

Peter Orloff: Über den plötzlichen Tod seines Freundes Bernd Clüver. Interview.

Robert Atzorn: Warum auch dieser erfolgreiche Film-Star Ängste hat. Und warum er an Wiedergeburt glaubt. Interview.

Caterina Valente: Ihr Sohn Eric erzählt über seine schöne Kindheit, warum er so stolz auf seine Mutter ist und was er sich für sie wünscht. Interview.

Cornelia Corba: Sie stürzt sich in Arbeit, um sich wenigsten etwas von der Trauer um ihren verstorbenen Lebensgefährten Thomas Fuchsberger abzulenken. Interview.

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Buch “MORDAKTE MONIKA WEIMAR”

1. April 2017 Cichos Keine Kommentare

Fahndungsplakat der vermissten Weimar-Kinder

Fahndungsplakat der vermissten Weimar-Kinder

Lebenslänglich für Monika Weimar: Die gelernte Krankenpflegehelferin aus der Nähe von Bad Hersfeld (Hessen) wurde 1988 vor dem Schwurgericht Fulda zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Sie soll ihre Töchter Melanie (7) und Karola (5) erstickt und erwürgt haben. Angeblicher Grund: Die Kinder hätten Monika Weimar für ein neues Leben mit dem US-Soldat Kevin Pratt im Wege gestanden.

Rückblick: Am 4. August 1988 wurden zwei kleinen Mädchen Melanie (7) und Karola (5) als vermisst gemeldet. Die Mutter Monika Weimar erzählte der Polizei in Bad Hersfeld, dass ihre Kinder zuletzt auf dem Spielplatz vor ihrem Haus in Röhrigshof gewesen waren. Eine große Suchaktion begann. Drei Tage später wurden die Mädchen auf jeweils zwei getrennten Parkplätzen in der Nähe des Wohnortes tot aufgefunden.

Verdachtsmomente: Das Ehepaar Monika und Reinhard Weimar trauerte. Zumal die Obduktionen der Kinder ergab, dass sie erstickt und erwürgt wurden. Die Kripo ermittelte auf Hochtouren und erfuhr recht schnell, dass Monika Weimar einen Liebhaber hatte. Einen US-Soldat, der in Bad Hersfeld stationiert war. Aber auch Reinhard Weimar wurde schnell verdächtigt. Er litt scheinbar seit einiger Zeit unter psychischen “Aussetzern”. Außerdem gab es wohl Scheidungspläne mit Streit um das Sorgerecht der Kinder.

Ermittlungen: Da es keine anderen Spuren gab, konzentrierten sich die Ermittler auf das Ehepaar Weimar. Wer war wo und wann zu welcher Zeit? Wann wurden die Kinder wirklich zuletzt gesehen? Wer war der Schreiber der anonymen Briefe an Monika Weimar, in denen es unter anderem hieß, dass sie mit dem Tod der Kinder bestraft werden sollte? Ein Zeuge sagte aus, dass er das weiße Auto der Weimars an jenem Montag, 4. August 1986, an dem Parkplatz gesehen hat, wo später die tote Melanie gefunden wurde.

Widersprüche bei Monika Weimar: Schließlich sagte Monika Weimar aus, dass ihr Ehemann die Kinder ermordet hätte. Sie selbst war in jener Nacht mit ihrem Freund Kevin Pratt bis morgens gegen 3.00 Uhr erst in einem Musikclub und danach zu einem Liebesstündchen im Auto. Als sie dann nach Hause kam, hätte ihr Ehemann im Kinderzimmer auf dem Bett von Karola gesessen und geweint. Monika erkannte sofort, dass die Mädchen tot waren, aber sie rief keinen Arzt oder ihre Familie, die im selben Haus wohnten.

Die Nachtversion: Monika Weimar wäre dann ins Schlafzimmer gegangen, hätte Autogeräusche gehört und hat angeblich sofort ihren Ehemann gefragt, als dieser zurück kam, wo die Kinder wären. Reinhard Weimar soll das dann mit dem einen Parkplatz gesagt haben. Monika fuhr also am nächsten Tag (nachdem sie bei Post und Bank) war, zu jenem Parkplatz und sah ihre tote Melanie dort liegen. Monika traute sich aber nicht, der Polizei das zu sagen, da sie ein schlechtes Gewissen hatte. Daher erfand sie eine “normale” Vermisstenmeldung.

Widersprüche bei Reinhard Weimar: In einem Verhör gestand er halbwegs, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Er hätte manchmal ein “Blackout” und könne sich an bestimmte Sachen nicht mehr erinnern.. Außerdem ist er schon mehrmals umgefallen. Die Ärzte hätten dann Medikamentenmissbrauch (Schlafmittel) festgestellt. Reinhard Weimar beteuerte jedoch, dass er nie solche Tabletten genommen hätte. Monika Weimar stritt ab, ihrem Ehemann jemals welche gegeben zu haben. Trotzdem hatte Reinhard Weimar seine Ehefrau in Verdacht. Zumal sie als Krankenpflegehelferin und Nachtschwester in einem Krankenhaus, gut Möglichkeiten hatte an diese Tabletten zu kommen.

Die Verhaftungen: Erst wurde Monika Weimar verhaftet. Dann wieder auf frei gelassen. Dafür kam Ehemann Reinhard Weimar ins Gefängnis. Der damalige Staatsanwalt glaubte an schwerwiegende Verdachtsmomente bei Reinhard Weimar. Doch der Haftrichter sah das nicht so. Der Staatsanwalt verließ kurz drauf die SOKO WEIMAR. Dafür wurde Monika wieder verhaftet und ihr letztendlich der Prozess gemacht. Da es auch Faserspuren von ihrer Bluse an den T-Shirts der Kinder gab. Weitere Indizien reichten für einen Prozess.

Die Urteile: In diesem ersten Prozess (1988) in Fulda wurde Monika Weimar zu lebenslänglich verurteilt. Sie legte sofort Revision ein. Erst 1995 kam es zu einem Wiederaufnahmeverfahren in Gießen. Monika Weimar wurde freigesprochen. Doch dagegen wehrten sich die Ankläger. Ein neuer Prozess in Frankfurt am Main (1999) kippte das alte Urteil und schickte Monika Weimar wieder ins Gefängnis. Nach insgesamt 15 Jahren Haft wurde sie schließlich entlassen und lebt heute unter einem anderen Namen in Deutschland.

Das Aktenmaterial zum Buch: Über 260 Akten gibt es zu dem Mordfall Monika Weimar. Erstmalig hat das “Hessische Hauptstaatsarchiv” Zugang dazu gewährt. So konnten sämtliche Ermittlungsakten, Verhörprotokolle von Monika und Reinhard Weimar sowie sämtliche Zeugenaussagen ausgewertet werden. Außerdem alle Gutachten, Obduktionen, Expertisen, Beweise und Indizien. Interessant und spannend bis zum Schluss. So kann sich der Leser dieses Buches “Mordakte Monika Weimar” sich selbst ein Urteil bilden. Zumal die Autorin völlig neutral und sachlich die Akten wiedergibt.

Das Buch kostet 22,95 Euro/ 300 Seiten / mit Fotos / Bestellungen über info@cichospress.de oder Amazon oder ebay oder Buchläden.

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Buch “Mordakte Vera Brühne”

25. Januar 2017 Cichos Keine Kommentare

Vera Brühne vor Gericht

Vera Brühne vor Gericht

Das Buch “Mordakte Vera Brühne” erscheint 18. April 2017 beim Verlag “Cichos Press“ (München) Dieses Buch ist sehr besonders, da es originalgetreu alle Ermittlungsakten, Verhörprotokolle, Gutachten und noch viel mehr wiedergibt.

Das Buch ist eine Zusammenfassung aller etwa 100 Akten zu Vera Brühne, die sich im Staatsarchiv München befinden. Bisher waren diese Akten gesperrt. Dies heißt, dass sie bisher noch nicht ausgewertet wurden. Sie zeigen den wahren Sachverhalt zu dem Mordfall Vera Brühne. Denn sie soll im April 1960 zusammen mit ihrem Bekannten Johann F. ihren Geliebten Dr. Praun ermordet haben. Außerdem Dr. Prauns Haushälterin bzw. Lebensgefährtin.

Als Mordmotiv wurde laut Gericht die testamentarische Verfügung von Dr. Praun genannt. Dass er seiner Geliebten Vera Brühne sein Grundstück mit Villa in Spanien vermacht hat. Dieses Grundstück hatte damals einen Wert von etwa 1 Million DM. Deshalb hätte sich der Bekannte von Vera Brühne mittels eines Briefes in das Haus von Dr. Praun Zugang verschafft. Um erst Dr. Prauns Haushälterin Elfriede K. zu erschießen und dann Dr. Praun selbst. Vera Brühne soll im Auto vor der Praun-Villa in Pöcking am Starnberger See gewartet haben. Nach der Tat hätte sie sich zu ihrer kranken Mutter nach Bonn begeben. Ihr Bekannter Johann F. ist zu sich nach Hause, nach Köln gefahren.

Die Leichen von Dr. Praun und seiner Haushälterin wurden erst Oster-Dienstag 1960 entdeckt. Da Dr. Praun nicht in seiner Praxis in München erschien, fuhr seine Sprechstundenhilfe Renate M. und ihr Lebensgefährte zu der Pöckinger Villa. Die alarmierten Polizisten stellten zu erst erweiterten Selbstmord fest. Dr. Praun lag tot im Flur. Seine Haushälterin in der sogenannten Kellerbar.

Bei der Testamentseröffnung erfuhr Dr. Prauns Sohn, dass auch Vera Brühne sehr viel erbt. Das spanische Grundstück im Wert von etwa einer Million DM. Er bekam Zweifel an der Todesursache seines Vaters. Er stellte eine Anzeige auf Mordverdacht. Er beantragte eine Exhumierung. Die Staatsanwaltschaft München schloss sich dem an. Die Obduktion ergab, dass zwei Schüsse in den Kopf von Dr. Praun abgegeben wurden. Nun wurde wirklich wegen Mord ermittelt.

Vera Brühne wurde gründlicher befragt. Ihr Alibi überprüft. Schnell stieß man auch auf ihren Bekannten Johann F. Aber auch Dr. Prauns Sohn und zahlreiche andere Personen wurden überprüft. Hauptverdächtig jedoch erschien immer mehr die alleinstehende und geschiedene Hausfrau Vera Brühne. Zu sehr verwickelte sie sich in Widersprüche. Alle ihre Aussagen zum Alibi waren umstritten. Ihre ganze Person schien nicht in das Bild einer Frau von 1960 zu passen. Letztendlich wurde Vera Brühne angeklagt. Auch ihr Bekannter Johann F. aus Köln. Zumal Vera Brühnes Tochter Sylvia behauptet hat, dass ihre Mutter ihr den Mord gestanden hat. Und ein Mithäftling von Johann F. auch eidesstattlich erklärte, dass Johann F. ihm alles gestanden hätte. Vera Brühne stritt alles ab.

Der Gerichtsprozess wurde zu einer kleinen Sensation. Die Medien spalteten sich. Einmal war Vera Opfer, ein anderes Mal Täterin. Das Gericht sah sie als Täterin. Sie und Johann F. bekamen lebenslänglich. Fast 18 Jahre musste sie in Haft bleiben. Johann F. verstarb 1970. Vera Brühne wurde 1979 entlassen. Sie lebte danach zurückgezogen in München-Schwabing. 2001 verstarb sie mit 91 Jahren. Ihre Tochter, die im Prozess die Aussage des angeblichen Geständnisse ihrer Mutter dann zurückzog, erlag einer Krebskrankheit.

Noch heute ist das Urteil umstritten. Noch heute wird von einem Justizskandal geredet. Zumal Dr. Praun angeblich Waffengeschäfte getätigt hätte, er auch mit Geheimdiensten in Verbindung stand. Und als normaler Arzt hätte er nicht so viele Millionen haben können. Fragen über Fragen, die in dem Buch alle aufgegriffen werden. Die Antworten werden natürlich hier nicht verraten. Auch nicht, ob Vera Brühne nun Opfer oder Täterin war. Der Leser darf sich selbst ein Urteil bilden.

Die Autorin hält sich völlig neutral und sachlich an die Akten. Und die sind mehr als spannend. Buchbestellungen gerne über diese Webseite oder per Mail an: info@cichospress.de Das Buch kostet 22,95 Euro und ist auch über Amazon, ebay oder in Buchläden erhältlich.

Vielen Dank        Petra Cichos

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Heiner Lauterbach: Treu sein kann so schön sein. / Interview

21. November 2015 Cichos Keine Kommentare

HEINER LAUTERBACH Interview

Heiner Lauterbach: Interview mit Petra Cichos

Heiner Lauterbach: Interview mit Petra Cichos

· Ich hatte Todesangst

· Für meine Kinder würde ich alles tun

· Ich habe keine Angst vor dem Alter

· Treu sein kann so schön sein

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Interview

Herr Lauterbach, in Ihrem neuen Buch “Mann lebt nur Zweimal”, schreiben Sie sehr liebevoll über ihre Familie…

Weil ich meine Frau und meine Kinder über alles liebe. Manchmal braucht man keine Anleitung zum Glück. Manchmal und oft steckt es im Alltag. Schon morgens, beim gemeinsamen Frühstück. Oder abends, wenn die Kinder dann im Bett sind und schlafen. Ich könnte meine Kinder stundenlang beim Schlafen betrachten.

Für Ihre Kinder könnten Sie alles tun?

Was heißt alles? Natürlich werden sie nicht von oben bis unten verwöhnt oder bedient. Wir erziehen sie mit sehr viel Liebe und Werte-Vermittlung. Das gelingt uns, glaube ich sehr gut. Natürlich kann man seine Kinder nicht vor allen Gefahren schützen, aber schutzvoll auf das Leben vorbereiten.

Ihre Kinder dürfen in der Woche kein Fernsehen schauen…

Natürlich gibt es manchmal auch Ausnahmen. Aber auch da achten wir darauf, was sie schauen. Und da sie es auch nicht anders kennen, gibt es keine großen Diskussionen. Am liebsten habe ich es, wenn sie draußen in der frischen Luft spielen. Und da auch mit sich selbst, also sich selbst etwas einfallen lassen. Ohne großes Spielzeug.

Sie wohnen an einem See…

Wo es schön ruhig und unhektisch ist. Natürlich ist mir bewusst, dass wir in gewisser Weise privilegiert sind. Das Haus, das Grundstück, der See, die Ruhe, die frische Luft. Aber vor allem, weil ich als Vater relativ oft und beständig daheim bin. Auch dass meine Frau nicht im Job-Getriebe ist. Wir also für unsere Kinder immer da sind.

Ihre zehnjährige Tochter Maya hatte ihre erste Schauspiel-Rolle…

Ja, sie hat es auch sehr souverän gemeistert. Es war aber nicht so, dass sie ins kalte Wasser gesprungen ist. Sie hatte vorher Work-Shops und sich sehr gut und mit Verstand vorbereitet. Wir haben sie weder gezwungen, noch beeinflusst. Aber natürlich begleitet. Maya kann und darf ganz alleine entscheiden, ob sie diesen Weg weiter gehen möchte.

Keine Angst, dass Ihre Tochter in der manchmal harten Schauspiel-Branche untergeht?

Man kann in fast jeder Branche untergehen. Davor ist nie jemand gefeit. Das sieht meine Tochter ganz realistisch. Wichtig ist vorrangig erst einmal, dass sie Spaß und Freude hat. Dass man aber auch etwas tun muss. Talent alleine genügt nicht. Die berühmten Worte wie Fleiß und Disziplin sind für jeden Beruf wichtig.

Sie selbst sind ja auch sehr diszipliniert…

Hm, das ist relativ. Aber wenn ich eine Aufgabe übernehme, muss und bin ich es natürlich. Zum Beispiel kam ich mit dem neuen Buch in etwas Zeitverzug. Also habe ich zehn Stunden am Tag am Computer gesessen. Für das Buch habe ich drei Monate gebraucht. Das Buch davor, meine Autobiografie, fast vier Jahre.

Das erste Buch war Ihr wildes Leben. Das neue Buch Ihr ruhiges Leben…

Wobei ruhig nicht langweilig heißen muss. Im Gegenteil. Ich habe gelernt zu genießen. Auch die Ruhe, auch den Alltag, auch geordnete Bahnen. Ich beschreibe ja in dem Buch zum Beispiel auch die Vorteile der Treue. Wie schön es ist, wenn man keine Geheimnisse voreinander hat.

Ihre Frau Viktoria und Sie haben keine Geheimnisse voreinander?

Nein. Sie kann zum Beispiel alle SMS und E-Mails von mir lesen. Wobei ich mir sicher bin, dass sie es gar nicht tut. Warum auch? Sie ist meine Frau. Wir regeln alles zusammen. Sie weiß wo ich bin und was ich mache. Sie erledigt alles Finanzielle, die gesamte Buchführung und managt mich. Es gibt keine Basis, keinen Platz für Lügen.

Das war in Ihrem vorherigen Leben anders…

Das beschreibe ich auch ehrlich in meinem Buch. Dass ich früher schon zusammen gezuckt bin, wenn nur das Telefon geklingelt hat. Von null auf hundert in drei Sekunden war dann die Devise, kleiner Spurt vom Sofa, um mögliches Unheil abzuwenden. Außerdem war ich immer ein schlechter Lügner.

Sie waren ein schlechter Lügner?

Frauen haben ja die Begabung ihre Reviere zu markieren. Der Lippenstift am Hemdkragen. Blonde Haare am Pullover oder Zettelchen in der Jacken-Tasche. Die Palette wäre lang. Ergebnis: Heilloser Stress, noch mehr Lügen, Panik und letztendlich immer ein schlechtes Gewissen. Eigentlich hat mich das immer belastet.

Sie haben es selbst geschafft, sich von dieser Last zu befreien…

Ja. Ich habe damals die Reißleine gezogen. Zur richtigen Zeit und im richtigen Moment. Und zur richtigen Zeit und im richtigen Moment ist mir Viktoria begegnet. Sonst wäre der Abgrund nicht weit gewesen. Besonders körperlich. Es wäre bestimmt nur noch ein paar Monate oder ein Jahr gut gegangen.

Es gibt in Ihrem Buch das Kapitel: Alkohol-Diät…

Ja. In meiner harten Phase habe ich mir zum Beispiel oft kleine Alkohol-Verstecke für Mini-Underbergs gesucht. Natürlich habe ich nicht von einem Tag auf den anderen aufgehört zu trinken. Aber mehr als kräftig reduziert. Beim Entzug hat man morgens kalten Schweiß auf der Stirn, Kreislaufstörungen, Hände zittern, Schwindel-Anfälle, Todesangst.

Todesangst?

Ja – körperliche Todesangst. Man weiß ja nicht so genau, was da gerade im Körper oder mit dem Körper passiert. Allein das Herzrasen verursacht Panik. Andererseits darf man diesen Entzug nicht mit Drogen-Entzug verwechseln. Der ist tausendmal grausamer. Den Alkohol-Entzug verkraftet und verarbeitet der Körper relativ schnell und gut.

Sie haben es ohne ärztliche Hilfe, ohne Therapie geschafft?

Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er sich zutraut, schafft und kann. Man darf sich nur nicht selbst belügen. Zum Beispiel hatte ich dann nur Wein-Schorle getrunken. Nur, denn letztendlich waren es so viel, dass ich auch gleich ne Flasche Wodka hätte trinken können. Schöner Selbst-Betrug. Also habe ich angefangen Tage ohne Alkohol zu verbringen.

Und das ging?

Ja. Denn so kann man das Endziel vor sich hin schieben, sich sagen: okay heute trinkst Du nichts. Vielleicht morgen. Morgen kann man sich sagen, okay, Du hast gestern den Tag geschafft, dann schaffst Du den heute auch. Vielleicht morgen ein Schlückchen und so weiter. Heute trinke ich entspannt mal ein Glas Wein – und das war´s.

Heute treiben Sie Sport, leben mehr als gesund…

Damals habe ich mir über meine Gesundheit keine großen Gedanken gemacht. Wobei ich nicht zum Gesundheits-Fanatiker geworden bin. Aber es ist schon ein sehr schönes Gefühl, dass ich mich mit meinen 60 Jahren fitter bin und fühle, als mit vierzig. Fünf Mal in der Woche Sport, frische Luft,  gesundes Essen. Und das Körper-Gewicht stimmt auch.

Sie wirken richtig asketisch…

Ich lebe aber nicht wie ein Asket. Natürlich lasse ich auch mal alle fünf gerade sein. Mache dann eben mal kein Sport oder nasche auch mal. Es darf ja nicht zum Stress ausarten. Andererseits: Sport ist ja körperliche Ertüchtigung. Und man muss schon tüchtig sein. Ein Extrem-Sportler bin ich allerdings nicht.

Angst vor Krankheiten?

Sagen wir so: Hygiene und Sauberkeit ist mir wichtig. Man muss ja Krankheiten nicht provozieren. Bei unseren Kindern achten wir ja auch darauf. Es erleichtert einfach das Leben. Genauso wie Ordnung. Ich habe einfach keine Lust lange nach etwas zu suchen oder mich im Chaos zu verzetteln.

Haben Sie auch alle anderen Dinge geregelt? Wie zum Beispiel eine Patienten-Verfügung?

Das mit der Patienten-Verfügung haben wir in der Tat vor – ja. Das sehen wir ganz vernünftig. Man ist nie im Leben vor gewissen Dingen gefeit. Meine Frau und ich können uns hundert Prozent aufeinander verlassen. Auch das ist ein schönes Gefühl. Gegenseitige Verantwortung, gegenseitiges Vertrauen.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Darüber mache ich mir keine Gedanken. Das ist auch zu müssig. Ich habe auch keine Angst vor dem Alter. Im Gegenteil. Ich stehe auch zu meinem Alter. Und was ist überhaupt alt? Der Ausdruck ist immer so negative besetzt. Es gibt sehr viele Vorteile des Alters. Eine andere Einstellung. Eine andere Lebensweise. Und das ist auch gut so.

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Petra Cichos / Juni 2013

Heiner Lauterbach

Heiner Lauterbach

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Monica Lierhaus: “Ein Wunder, dass ich noch lebe.”

14. April 2015 Cichos Keine Kommentare

Monica Lierhaus / Interview

Monica Lierhaus / Interview

Exklusiv

Monica Lierhaus Interview

· Ein Wunder, dass ich noch lebe

· Jeder Tag ist harte Arbeit – für meinen Körper, für meine Seele

· Ich war zweimal klinisch tot

· Ich will und darf nicht aufgeben

Foto:

· Interview-Foto

Daten: Geboren 25. Mai 1970, Hamburg. Erfolgreiche Sport-Moderatorin. Januar 2009 Hirn-Aneurysma-Operation. Ein Aneurysma ist eine sackartige Erweiterung eines Blutgefäßes. Ohne OP besteht Gefahr, dass Blutgefäß platzt. Folge: Blutungen im Gehirn, lebensgefährlicher Hirndruck. Monica Lierhaus lag nach dieser OP vier Monate im Koma. Danach musste sie wieder alles neu lernen: Essen, Sprechen, Laufen. Monica Liehaus lebt in Hamburg mit TV-Produzent Rolf Hellgardt zusammen.

-Januar 2014

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Interview:

Frau Lierhaus, wie geht es Ihnen?

Gut, sehr gut, obwohl die Fortschritte im wahrsten Sinne des Wortes manchmal nur Mini-Schritte sind. Aber ich will und darf nicht aufgeben. Jeder Tag ist harte Arbeit. Diese heißt, dass ich jeden Tag vier bis fünf Einheiten absolviere. Also je eine dreiviertel Stunde Physio-Therapie und Logopädie. Manchmal klappt alles sehr gut, manchmal nicht so gut.

Aber Sie haben schon sehr gute Fortschritte gemacht. Ihre Aussprache ist perfekt…

Oh, Dankeschön. Ich will mich ja auch nicht beklagen. Darüber und dass ich überhaupt noch lebe, bin ich natürlich sehr dankbar. Ohne dem tollen Ärzte- und Betreuungs-Team, meiner Familie, Freunde und Bekannte und ganz besonders meines Lebenspartners Rolf Hellgardt, wäre ich bestimmt noch nicht so weit wie jetzt.

Ihr Leben hing an einem seidenen Faden…

Ja, die Ärzte sagten damals nach der OP, dass ich wahrscheinlich die Nacht nicht überleben werde. Später habe ich erfahren, dass ich zweimal klinisch tot war. Erst nach acht Wochen stellte sich dann die erste Hoffnung ein. Und vier Monate später bin ich ja dann aus dem Koma erwacht.

Sie mussten alles wieder neu erlernen…

Ja. Essen, wieder richtig Sprechen. Sitzen, laufen – alles. Und alles klappt eben immer noch nicht so wie ich möchte. Zu manchen Übungen muss ich mich auch sehr zwingen und habe ehrlich gesagt oft genug keine Lust darauf. Nur die Reit-Therapie ist unglaublich schön. Sobald ich auf dem Rücken eines Pferdes sitze, entspannt sich alles, entspanne ich mich.

Aber belastet nicht gerade Reiten den Rücken?

Ich mache ja keinen Pferde-Rennsport. Nein, es ist so. Gerade der Rücken ist ein Teil meines Körpers, der so uneinschätzbar ist. Dann habe ich plötzlich Schmerzen, die mich dann auch wieder ärgern, weil ich sie nicht verstehe. Oft wenn ich liege. Dann weiß ich nicht, wie ich liegen soll. Dann drehe ich mich hin und her und es wird doch nicht besser.

Das sind bestimmt schlimme Momente. Auch für die Seele…

Ja. Und ehrlich gesagt, habe ich dann schon mal einen Hänger. An manchen Tagen will ich dann gar nicht aufstehen und hadere dann schon etwas mit mir und allem und überhaupt. Aber wenn mich dann mein ganzes Umfeld motiviert, meine Schwester, meine Eltern, mein Rolf. Dann reiße ich mich doch zusammen. Aufgeben gilt nicht.

Sehr tapfer…

Ach, es gibt so viele Schicksale, die ich ja ganz besonders im Krankenhaus und in der Reha-Klinik gesehen habe. Ganz besonders, wenn es kleine Kinder sind. Und was glauben Sie, wie unglaublich tapfer die sind. Respekt, Hochachtung. Da relativiert sich sofort bei mir der eigene Hänger. Da schäme ich mich dann sogar etwas über mich selbst.

Trotzdem haben Sie sich einen größeren Fortschritt erhofft?

Natürlich erhofft man sich immer mehr. Das ist ja auch gut so, denn Hoffnung motiviert ja. Ohne Hoffnung hätte ich schon längst aufgegeben. Zum Glück bin ich aber von Haus aus auch immer realistisch gewesen. Auch jetzt. Ich kann schon sehr realistisch einschätzen, was möglich ist oder nicht.

Was bereiten Ihnen die größten Schwierigkeiten?

Die Körper-Koordination, mein eigenes Kraft-Potential. Zum Beispiel wenn ich versuche vom Boden aufzustehen. Das kostet sehr viel Konzentration und Kraft. Das ist je nach Tagesform ein Kraft-Akt. Das ist dann auch harte Arbeit für die Seele. Da gilt nur noch der Satz: Ich will, ich will, ich will. Ich muss, ich muss, ich muss. Es wird, es wird, es wird.

Und dann klappt es?

Manchmal ja, manchmal nein. Aber wenn ich das Gefühl habe, dass ich mein Bestes gegeben habe, so ist das dann auch okay. Das ist ja wie beim Sport oder in anderen Lebenslagen. Man kann nicht immer gewinnen, aber man hat sein Bestes gegeben. Überhaupt motiviert mich Sport in allen Bereichen.

Schließlich waren Sie ja mal eine Top-Sportmoderatorin..

Ob ich top war, weiß ich nicht. Aber es war und ist immer noch meine große Leidenschaft. Da möchte ich beruflich auch wieder hin. Wenn es mit der Moderation noch nicht so möglich ist, dann vielleicht mit anderen Möglichkeiten. Zum Beispiel nächstes Jahr etwas für die Fußball-Weltmeisterschaft zu tun, zu arbeiten, involviert zu sein.

Schön. Ein festes Ziel motiviert ja immer…

Ja, und ich finde, man darf sich Ziel ruhig höher stecken. Als ich damals weder sprechen, noch richtig essen, noch laufen konnte, war das Ziel alles wieder neu zu erlernen eigentlich fast utopisch. Und so gesehen habe ich wirklich schon gute Ziele erreicht. Auch wenn alles eine Zeit dauert. Ich habe ja noch viel Leben vor mir.

Entschuldigen Sie den Satz, aber Sie sind zum Glück geistig sehr fit…

Ich weiß schon was Sie meinen. Ja, die Gefahr bestand natürlich auch. Dass meine Gehirnfunktion, mein Verstand nach der OP geschädigt war. Aber da hatte ich wirklich Glück und bin auch aufrichtig dankbar dafür. Und gerade deshalb möchte ich wieder zurück in meinem Beruf.

Zum Beispiel als Fußball-Expertin…

Das war ja das Schöne damals. Hobby und Leidenschaft eins mit dem Beruf. Auch heute verpasse ich nicht ein Fußballspiel. Nach den Therapie-Stunden vor dem Fernseher sitzen – das sind dann meine Glücks-Momente. Dann fiebere ich mit oder analysiere oder moderiere innerlich.

Schön ist auch, dass Ihre Liebe gehalten hat…

Ja, auch das ist nicht selbstverständlich. Mein Mann, ich sage ja eigentlich auch immer mein Mann, obwohl wir ja nicht verheiratet sind, hat wirklich eine harte Bewährung durchmachen müssen. Immer noch. Das schafft nicht jeder. Laut Statistik kommt es nach den ersten sechs Monaten oft zu einer Trennung.

Viele fragen sich bei Schicksals-Schlägen: Warum ich? Warum ist es mir passiert?

Das könnte man sich fragen – ja. Das fragt man sich in schwachen Momenten vielleicht auch. Aber es würde keine Antwort darauf geben. Deshalb habe ich mich nicht so sehr damit befasst. Ich schaue nach vorne. Ich denke positiv. Vielleicht weil ich auch früher schon immer positiv veranlagt war. Es kann ja alles nur besser werden. Sehr viel besser…

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Internet Channel High5 / Interview mit Maxi Gräff

21. Dezember 2013 Cichos Keine Kommentare

Maxi Gräff von High5

Maxi Gräff von High5

Deutsche Internet-Channels

Daumen hoch – Daumen runter

Interview mit Maxi Gräff vom Internet-Channel High5

Seit 2011 gibt es auch im deutschen Internet die sogenannten YouTube-Channels. Inzwischen 13 an der Zahl. Konkret: Das sind Internet-Kanäle mit eigenen Video-Formaten. Grob vergleichbar wie Fernseh-Sender mit einzelnen Magazinen, Serien, Talk-Shows, Nachrichten etc. Aber gegen diesen TV-Vergleich wehren sich die jungen  Channel-Macher. Zum Beispiel Maxi Gräff, 27, vom deutschen Internet-Youtube-Kanal „High5“ aus München.

Interview mit Maxi Gräff,27,  Project Manager und Channel Host bei High5, IDG Entertainment GmbH München (Interview autorisiert)

Daten:

High5 auf Youtoube. Gründer: IDG Entertainment. Start am 1.Dezember 2012. Ein Jahr später, Dezember 2013 etwa 20 Millionen Klicks. Über 150 000 Abonnenten. Pro Tag ein Video (außer Sonntags) mit einer Länge von ca. 4 bis 30 Minuten. Themen sind vorrangig: Vorschau-Filme, Trailer, Film-Kritiken, Computer-Neuigkeiten, Computer-Spiele, Comics, Satire, Interviews mit Schauspielern, Comedy-Leuten, Nerds, aktuelle Themen und alles, was zur Popkultur gehört.

Interview mit Maxi Gräff

Erst einmal die Frage: Was heißt High 5? Wer ist High5? Was macht High5?

High5 ist unser Eigenname. So wie Sat1, eben Sat1 heißt. High ist abgeleitet aus der englischen bzw. amerikanischen Szene: Gib mir five. Also wenn man mit den Händen eine Art Handschlag macht. Die Zahl fünf deshalb, weil eine Hand fünf Finger hat.

Was macht High5?

Wir sind seit Dezember 2012 Teil des Original-Channel-Programms auf YouTube. Außer Sonntags kann man uns jeden Tag im Internet sehen. Montags reden wir zum Beispiel über die kommende Woche, aktuelle Themen, neue Angebote im Bereich Computer, Handy, Spiele, Filme, Videos. Und weil das oft sehr spannend ist, heißt dieses Format endlich Montag.

Und die anderen Tage?

Da laden wir oft Gäste, Fachmänner oder Fach-Frauen ein, die mit uns über die neueste Computer-Spiele diskutieren. Oder einen Comic-Fachmann oder Musiker oder Schauspieler. Freitags gibt es bei uns eine reine Community-Sendung. Da beantworten wir Fragen unserer Community. Denn zu allen Sendungen dürfen und sollen Kommentare abgegeben werden.

Wer einen Kommentar schreibt, gehört zur Community?

Das muss er selbst wissen. Bei uns ist der Eintritt frei. Es gibt zwar einen Abo-Button, also Abonnenten-Klick, der aber kostenlos ist. Im Dezember 2013 haben wir die 150 000 – Marke geknackt. Also 150 000 Abos. Und fast 20 Millionen haben uns schon angeklickt. Das ist schon eine schöne Zahl und zeigt uns auch die Treue und vor allem die Resonanz unseres Programms.

Es gibt auch den Daumen-Hoch- und- Daumen- Runter-Klick….

Ja, die sogenannten Likes oder Nicht-Likes. Wie im römischen Reich. Wenn die Zuschauer den Gladiatoren geköpft oder lebend sehen wollten. Das ist bei uns ja der Unterschied zum Fernsehen. Die Community bestimmt in einer sehr ausschlaggebenden Form unsere Formate. Wobei ich dazu sagen muss, dass unsere Community vorrangig kreativ und respektvoll ist.

Also keine unflätigen Worte, Beschimpfungen?

Natürlich gibt es immer wieder Trolle. Apropos Trolle. Auch dazu haben wir ein Video gemacht. Das sind die Internet-Trolle, die pausenlos irgendwo rum motzen, sich mit blöden Kommentaren  einmischen, um die Leute aufzumischen. Unser Tipp dazu: einfach ignorieren, trollen, brüllen, schreien lassen. Diese heißt, dass wir auch Tipps und Ratschläge geben. Oft auf lustige Art.

Dann bestimmen die Zuschauer im Prinzip die High5- Inhalte?

Wir nehmen sehr viel Rücksicht darauf –ja. Und wenn prozentual der Wunsch sehr groß ist, erfüllen wir den Wunsch gerne. Zum Beispiel einen bestimmten Gast einzuladen oder über ein bestimmtes Thema reden. Zum Beispiel, ob Computer-Spiele wirklich krank und süchtig machen. Prima ist ja, dass wir selbst keine speziellen Themen-Vorgaben haben.

Wird bei den Kommentaren geschummelt? Gute rein, böse raus?

Nein, gar nicht. Gibt es unqualifizierte Kommentare oder diese Trolle, dann werden die meist von anderen Community-Leuten gemeldet, also entfernt. Eigentlich ist es interessant: Ich bin immer  erstaunt, wie heftig es bei den Online-Zeitungs-Artikeln-Kommentaren oft zu geht. Von erwachsenen Menschen. Bei uns jüngeren Leuten herrscht manchmal mehr Respekt.

Welche Altersgruppe schaut High5?

Das fängt so mit 15 Jahren an und hört bei etwa 35 Jahren auf. Der Mittelwert wäre so zwischen 18 und 30. Wobei ein Viertel weiblich ist. Und da wir eine Mischung aus Comedy, Fach-Themen, auch ernste Themen und all das haben, sprechen wir verschiedene Zuschauer-Mentalitäten, Interessen und Charakteren an.

Was ist der Unterschied zu den anderen Videos, die sich auf YouTube tummeln?

Es gibt in Deutschland 13 offizielle Channels, die von YouToube unterstützt werden. Als wir uns beworben haben, mussten wir ein Expose´ vorlegen, also unsere Format-Idee. Wie viele sich damals beworben haben, weiß ich nicht mehr genau. Jedenfalls gab es für uns dann von YouToube Daumen hoch. Freu, freu.

Und damit auch eine YouToube-Finanz-Spritze…

Wie das genau ausgetüftelt ist, weiß ich nicht genau. Wir gehören ja zu einem Verlag. Dadurch haben wir natürlich gegenüber den privaten Video-Machern auf der YouToube-Plattform Vorteile: Zum Beispiel ist unser Arbeitsplatz gleichzeitig Studio mit wirklich professioneller Technik. Und wir selbst sind ja auch ausgebildet.

Und Sie werden gegenüber privaten Hobby-Video-Machern bezahlt…

Ja, aber nur, weil wir es innerhalb unserer redaktionellen Verlags-Arbeit machen. Wobei natürlich die Videos sehr aufwendig sind. Konzepte machen, kleines Drehbuch schreiben, dann Aufnahme, dann Schnitt und so weiter. Also insofern wirklich wie beim Fernsehen. Wir hatten sogar auch eine richtig kleine Film-Serie, eine Koch-Serie und jetzt Bastel-Serie.

Sie selbst haben bei High5 ein eigenes Format „Maximum love“…

Ja, das kommt immer sporadisch. Manchmal nenne ich es auch Maximum life. Ich heiße ja Maxi. Es sind Themen rund um Liebe, Partnerschaft, Leben, Gefühle, Sozialität.  Zum Beispiel, dass Facebook auch manchmal ein Beziehungs-Killer sein kann. Demnächst starte ich aber innerhalb von High5 einen eigenen Kanal.

Wer sind die anderen High5er?

Den Hauptpart, die  Stammbesetzung, bilden Nino Kerl und ich. Nino, hat ein Faible für japanische Zeichentrick-Serien hat. Dann ist da noch Nico, unser Kamera-Experte,  Schnitt-Meister. Dann Michi, Michael Obermeier, der Film-Experte. Und wir haben feste Gäste. Wir sind alle ganz normal und authentisch. Wir verstellen uns nicht.

Wer ist der Chef?

Innerhalb unseres Teams gibt es keinen Chef. Das läuft alles sehr demokratisch ab. Wir verstehen uns alle auch super. Wir alle arbeiten beim IDG-Verlag in München. Ein Medien-Unternehmen, welches auf IT-Themen, Computer-Themen, Computer-Spiele spezialisiert ist. Deshalb arbeiten wir auch noch für die Zeitschriften GameStar, GamePro und SIMS.

Und wer bezahlt insgesamt High5?

Noch zur Chef-Frage: Natürlich haben wir einen obersten Chef, den IDG-Geschäftsführer Andre Horn. Er unterstützt uns sehr. Und da der Verlag schon länger mit YouTube kooperiert hat, kam es auch zu der jetzigen Zusammenarbeit bzw. zu High5. Außerdem werden wir noch von google unterstützt. Genaue Zahlen zum finanziellen Aspekt, kann und darf ich natürlich nicht nennen.

Im Internet ist High5 schon Kult. Oft fällt auch der Begriff Nerd…

Hm, ob wir schon kult sind, kann ich nicht so richtig sagen. Die Resonanz wird aber immer stärker –ja. Irgendwie hat man das Gefühl, dass aus einer kleinen Familie eine Groß-Familie wird. Das ist aber ein schönes Gefühl. Wir haben zum Beispiel auch das Gefühl, dass wie eher eine Arbeits-WG sind, statt starre Büro-Schreibtisch-Alltags-Leute.

Warum sind die Videos oft so kurz?

Erfolgreiche Web-Videos im Internet sind oft nicht länger als drei oder vier Minuten. Man will einfach nur kurz was schauen, rein schauen, als ob man nur kurz guten Tag und dann gleich wieder Tschüss sagt. Aber mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck die Tür dann wieder zuknallt. Das sind die Videos mit kurzen Fakten, Abrissen. Top-Tens. Die haben sehr viel Klicks.

Und die längeren Videos?

Das sind dann die 30 Minuten-Videos. Da quatschen wir, diskutieren wir oder albern einfach auch nur rum. Natürlich gibt es auch ernste Gespräche, Interviews. Auch die kommen gut an, weil man da einfach in Ruhe schauen kann. Also Tür nicht gleich wieder zu, sondern mit Naschkram vor dem Bild-Schirm. Apropos Nerd…

Ja. Apropos Nerd…

Früher war der Begriff Nerd etwas negativ besetzt. Der Typ, der einen Spleen hat, etwas dümmlich durch die Welt geht, zwar intelligent auf Spezial-Gebieten ist, aber trotzdem irgendwie lächerlich. Siehe die Symbole große Brillen-Gläser, Star-Wars-Shirts, karierte Westen oder ähnliches. Heute steht Nerd eher für spezielle Leidenschaft. Also ich bin ein Halo-Nerd, stehe für Xbox-Spiel. Nino ist ein Anime-Nerd…

Jetzt wird es wirklich speziell. Was ist Ihr Ziel? High5-Ziel? Fernsehen ablösen?

Nein, das ist nicht unsere Absicht und auch nicht so angedacht. Die Internet-Channels bedienen eher die Nischen, die das Fernsehen nicht bietet. Außerdem sind wir ja tausend Mal flexibler als Fernsehen. Wir sind auch noch ziemlich locker, haben eher eine private und authentische Ausstrahlung.

Vielleicht macht es gerade das so erfolgreich…

Ja, das glaube ich auch. Wir schwatzen ja auch nicht irgendeinen Kram oder führen Leute vor wie bei das TV-Super-Model oder so. Oder schimpfen auf die Welt oder so. Im Prinzip könnte man es schon ein wenig vergleichen wie mit den Anfangs-Zeiten der privaten Fernseh-Kanäle. Da waren die erst etwas unbedarft, chaotisch, aber voller Tatendrang und Phantasie.

Und heute etwas langweilig und ermüdet?

Ach, das müssen die selbst für sich einschätzen. Nein, ich denke eher, dass wir noch so schön klein und familiär sind. Eben Nische. Die Fernseh-Sender wurden ja oder waren gleich sehr groß. Mit einer Macht- und Geld-Fülle im Rücken. Wir sind doch nur kleine Nerds mit etwas Spass und Lebensvielfalt.

Jetzt machen Sie sich aber etwas klein. Das kann auch ein Trick sein…

Ach was. Außerdem liebt es unsere Community selbst zu bestimmen was und wann sie etwas schaut. Computer an, Video schauen, Kommentar abgeben, Kommentare lesen, Verbesserungs-Vorschläge machen, Wünsche schreiben. Das ist auch eine Form von Aktivität, Mit-Bestimmung. Beim Fernsehen bin ich an Zeiten gebunden, kann meinen Senf nicht dazu geben.

Und Wünsche erst recht nicht stellen…

Eben. Daher passiert es ja vielen Fernseh-Sendern, dass sie manchmal völlig daneben liegen oder der Moderator seine Nase schon zu hoch trägt. Das Publikum ihn eigentlich nicht mehr sehen will, aber die Fernseh-Macher da oben denken: Aber hallo, der war doch mal was, der ist doch top, für den haben wir doch so viel bezahlt.

Früher gab es Revolutionen. Die heutige Jugend kommt mit starken, leisen Sohlen…

Ah, da ist vielleicht was dran. Das Internet zeigt ja, wie stark die jetzige Generation eigentlich ist. Was sie will oder nicht will. Wir sind nicht laut, aber auch nicht verhuscht. Wir sagen unsere Meinung, aber respektvoll. Wir schmeißen nicht mit Steinen, aber drehen den Daumen hoch oder runter. Ich finde das echt toll.

Zum Schluss die Frage, wie Sie überhaupt zu High5 gekommen sind….

Im Telegramm-Stil: Abitur, Medien-Management in München studiert, dann IDG-Verlag bei den Zeitschriften GameStar und GamePro und SIMS. Speziell über Computer-Spiele geschrieben. Jetzt High5. Früher ein Jahr Schüler-Austausch Amerika, davor auch in Holland und Ost-Deutschland gelebt. Also sehr flexibel und cosmopolitan.

Vielen Dank für das Gespräch…

Gerne, bitte. Einfach mal schauen. Entweder im Internet unter google high5 tv eingeben. Oder  bei YouTube und dann High5 TV eingeben. Oder Facebook Hig5.  Und wissen Sie was das Gute ist? Jede konstruktive Kritik bringt uns einen Schritt weiter, Der Zuschauer bastelt sich also sein eigenes Format. Das ist wirklich sanfte Fernseh-Verhalten-Revolution.

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August 2013

Maxi Gräff von High5

Maxi Gräff von High5

Text/ Interview und Fotos honorarfrei / aktualisiert Dezember 2013

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Christine Kaufmann: Ich bin nicht ehetauglich / Interview

21. November 2013 Cichos Keine Kommentare

Christine Kaufmann

Christine Kaufmann

CHRISTINE KAUFMANN Interview

·Es ist immer gut, sich mit Ex-Männern zu versöhnen

· Ich bin nicht ehetauglich

· Humor ist mein Schönheitsmittel

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Frau Kaufmann, Sie konnten sich immer gut mit Ihren Ex-Männern versöhnen.

Weil ich ein Versöhnungsmensch bin. Streit ist so schrecklich und dumm. Er macht griesgrämig, übellaunig und letztendlich Falten.  Außerdem schlägt Streit auf den Magen, hemmt positive Produktivität und Kreativität. Zum Glück nehme ich vieles mit Humor und lenke falsche Gedanken in positive Bahnen.

Aber mit Ihrem letzten Mann Klaus Zey gab es einen kleinen Rosenkrieg…

Es waren gegenseitige Verletzungen da, ja. Wobei wir eigentlich beide nie den Streit wollten. Aber natürlich geht eine Trennung oft mit Verletzungen und falschen Worten daher. Trotzdem muss man nicht mit gezückten Messern auseinander gehen. Schließlich ist man einen gemeinsamen Lebensweg gut und gerne zusammen gegangen.

Jetzt gibt es sogar wieder einen gemeinsamen Lebensweg?

Ja, aber auf freundschaftlicher Basis. Das ist schön für alle. Besonders für unseren Enkel-Sohn. Eigentlich hat er uns wieder verkuppelt. Er ist der Sohn meiner Tochter Allegra und somit nicht der leibliche Enkel meines Ex-Mannes. Aber mein Ex-Mann hat ihn schon als Baby und auch später immer betreut, so dass es ein starkes Band entstand.

Wie war denn die Verkuppelung?

Ach, eigentlich ganz spontan. Mein Ex und ich wohnen ja im gleichen Münchener Viertel. Da läuft man sich ja unweigerlich über den Weg. Und nachdem die Spannungsphase vorbei war, konnten wir uns wieder gut miteinander begegnen. Zumal unser Enkel wie gesagt sehr an Klaus hängt. Und natürlich hat jedes Kind der Welt Recht auf ein Happy End.

Also alles wieder gut…

Auf freundschaftlicher Ebene. Und weil Klaus ein guter Mann ist. Es gab für alle Seiten wieder eine wunderbare Annäherung. Besonders berührt hat mich wie gesagt zu sehen, welche Gefühle Klaus für unser Enkel-Kind wieder hatte. Sie lieben sich beide wirklich sehr. Rafael, so heißt mein Enkel, hat später dann einen guten Satz gesagt.

Was hat Ihr Enkel-Sohn gesagt?

Er wusste ja, dass mein Mann und ich geschieden sind. Er hat aber gesagt: Das macht ja nichts, wir sind ja trotzdem eine Familie. Ist das nicht ein schöner Satz? So voller Ur-Liebe. So offen, ursprünglich und herzlich. Kurz und gut, seitdem unternehmen wir alle wieder etwas zusammen. Jedenfalls wenn mein Enkel wieder bei mir ist.

Also doch wieder eine richtige Familie….

Eine richtig schöne Freundschafts-Familie. Natürlich habe auch ich damals Fehler gemacht. Ich habe damals viel verkraften müssen. Es gab Probleme mit dem TV-Shopping-Verkauf meiner Kosmetik-Linie. Dann litt meine Tochter Allegra damals unter schwerem Asthma. Dann starb Tony Curtis, der Vater meiner zwei Töchter.

Hat Sie der Tod von Tony Curtis so sehr aufgewühlt?

Natürlich war ich betroffen, aber dass es dann Schwierigkeiten mit Teil Erbe, den meinen Töchtern zusteht, solche Schwierigkeiten gab und gibt, hat einfach zu sehr negative Energie gekostet. Zumal ich ja finanziell meine Kinder und Enkel-Kinder unterstützt habe. Also kamen auch noch finanzielle Probleme dazu. Das war alles ein bisschen viel.

Und damals wollte ja auch noch Ihr Ex-Mann Klaus monatlichen Unterhalt…

Ich bin mir sicher, dass er falsche Berater hatte. So war und ist nicht mein Klaus. Er war noch nie geldgierig. Aber da er berufliche Schwierigkeiten hatte und natürlich auch durch die Trennung verletzt war, reagiert man dann eben oft unangemessen. Darüber denke ich aber nicht mehr nach. Das ist Schnee von Gestern.

Sicher gehen Sie jetzt vorsichtiger miteinander um?

Ja – und auch das ist schön. Mehr Vorsicht, mehr Respekt, mehr Signal-Wahrnehmungen für die Empfindlichkeit des anderen. Eigentlich eine wunderbare Basis für eine Beziehung oder Ehe. So geht man ja auch oft anfangs miteinander um. Warum es am Ende dann oft seelische Schläge gibt – ich weiß es nicht.

Bereuen Sie die Scheidung?

Auch wenn es jetzt hart klingt. Ich hätte gar nicht erst heiraten dürfen und sollen. Ich bin einfach nicht ehetauglich. Ich bin freundschaftstauglich – ja. Wenn mein Ex-Mann jetzt oder später meine Hilfe bräuchte: ich wäre sofort da. Umgekehrt wäre es genauso. Ich weiß, dass es zwischen mir und Klaus ein wunderbares Lebens-Band gibt.

Das hört sich ja doch irgendwie nach Happy End an….

Ist es auch, aber außerhalb der Bett-Kante. Mein Sinn und meine Sinne sind vielmehr auf ein harmonisches Familien-Leben fixiert, als körperliche Begegnungen. Ich weiß nicht, ob es anderen Großmüttern so geht, aber mein Herz wird im wahrsten Sinne des Wortes warm, wenn wir alle gemeinsam Fahrrad-Touren machen oder am großen Ess-Tisch sitzen.

Die Erotik des Lebens-Alters?

Das kann man fast so sagen. Ich möchte nicht ins Detail gehen und nicht beschreiben, was ich als Frau erotisch fühle. Aber der Höhepunkt ist für mich das Lächeln und die Wärme meiner Familie. Das spüre ich richtig körperlich. Ich fühle meine Fraulichkeit. Seele und Körper sind eins. Das ist kein esoterisches Gespinne. Es ist so.

Aber vielleicht möchte Ihr Ex-Mann mehr? Sie sehen immer noch phantastisch aus.

Ha, mein Ex-Mann kennt meine Signale. Er weiß sie auch richtig zu deuten und verhält sich dementsprechend. Das schätze ich auch an Klaus. Er ist eigentlich sehr feinfühlig und absolut kein Streit-Mensch. Wir arbeiten auch wieder zusammen. Wir konnten schon immer gut zusammen arbeiten. Auch das ist ein gutes Zeichen.

Letzte Frage: Wie schaffen Sie das alles? Familie, Arbeit, schön auszusehen…?

Ich stelle mich nicht hin und frage mich nicht, wie ich das schaffe. Ich stelle mich hin und probiere es zu schaffen. Ich nehme mich selbst nicht wichtig. Ich zerfleische mich nicht und mache mich nicht durch Probleme verrückt. Das verzerrt meine Seele. Das verzerrt mein Gesicht. Humor ist ein Seelen- und Schönheits-Mittel. Und es kostet nichts.

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Petra Cichos / Interview aktualisiert November 2013

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Siegfried Rauch: Eine ehrliche Haut. Interview

21. November 2013 Cichos Keine Kommentare

Siegfried Rauch: Ex-Traumschiff-Kapitän, TV-Bergdoktor...

Siegfried Rauch: Ex-Traumschiff-Kapitän, TV-Bergdoktor...

Siegfried Rauch Interview

· Ich weiß nicht, ob ich Morgen noch lebe…

· Ich würde für meine Familie töten

· Ich habe keine Angst vor dem Tod

· Wer über das Traumschiff lästert, ist arm dran

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Herr Rauch, es weihnachtet bald sehr…

Oh ja – und darauf freue ich mich auch schon sehr. Es ist eine der schönsten Jahreszeiten. Alles ist irgendwie anders. Auch wenn manche den Weihnachtsbaum und alles Drumherum als Kitsch abtun: ich liebe es. Besonders schön ist es natürlich, wenn dann dazu noch Schnee liegt oder man in den Bergen ist.

Sie haben ein Buch über die schönsten Weihnachts-Geschichten geschrieben…

Das stimmt. Persönlich erinnere ich mich aber auch immer gerne an die Weihnachtszeit in meiner Kindheit. Und so komisch es klingt, besonders in den Kriegsjahren. Als es kaum etwas gab. Als man sich über den kleinsten Lebkuchen gefreut hat. Allein schon der Geruch, der Duft. Und dann das langsame Zergehen auf der Zunge. Ein unwahrscheinlicher Genuss.

Den Sie nicht vergessen haben…

Ich liebe heute noch die einfachen Dinge. Ein Butterbrot. Frisch gebackenes Brot, frische Butter und etwas Salz. Auch das riecht unwahrscheinlich gut. Mehr braucht es dann eigentlich nicht. Oder gerade zur Weihnachtszeit Bratäpfel mit etwas Zimt. Allein wenn ich jetzt darüber rede, läuft mir das Wasser im Munde zusammen.

Dann feiern Sie sicher auch klassisch Weihnachten…

Ja, mit allem Drum und Dran. Ein schön geschmückter Weihnachtsbaum, eine Krippe, im ganzen Haus Tannenzweige und Kerzen. Meine Söhne und meine Enkel-Tochter werden da sein. Wir gehen in die Kirche und dann gibt es Bescherung. Gesungen wird natürlich auch und ein langer Spaziergang durch den Wald gehört auch zur Tradition.

Was schenken Sie denn Ihrer Frau?

Das verrate ich natürlich noch nicht. Auf alle Fälle schenke ich immer etwas, bei dem man sich Mühe machen muss. Also nicht einfach in irgendein Geschäft gehen und etwas kaufen oder gar Gutscheine verschenken, sondern man muss sich da schon Gedanken machen. Allein schon um zu zeigen, dass man ganz Besonders an den anderen denkt.

Was haben Sie denn so in den letzten Jahren Ihrer Frau geschenkt?

Hm, ach ja, ich erinnere mich, dass meine Frau und ich mal vor einem Trachten-Geschäft standen. Da gab es einen schönen Trachtenrock aus Hirschleder. Sie hat geseufzt, dass der ziemlich teuer ist. Aber um ein Alibi zu finden ihn nicht zu kaufen, hat sie gesagt, dass ihr das und das am Rock doch nicht gefallen würde.

Also haben Sie den Rock dann gekauft unter dem Weihnachtsbaum gelegt….

Nichts da, nein, nein. Ich bin heimlich an den Kleiderschrank meiner Frau gegangen und habe von einem Rock ihre Maße abgenommen. Dann bin ich zu einem Schneider und wir haben einen wunderschönen Trachtenrock aus Hirschleder kreiert. Ihr Strahlen war für mich das schönste Weihnachtsgeschenk.

Ist die Weihnachtszeit für Sie auch eine besinnliche Zeit?

Ja, auch. Und ich bin immer wieder dankbar, dass ich so ein Leben habe. Allein schon der Beruf. Ich liebe meinen Beruf. Es ist ein Beruf, bei dem man nichts braucht. Ein Tischler braucht Holz und Werkzeug. Fast alle Berufe brauchen irgendetwas. Ein Schreiber braucht Papier oder den Füller oder den Computer. Ein Verkäufer Ware. Der Bäcker Mehl.

Sie brauchen nichts…

Ich brauche im wahrsten Sinne des Wortes nichts. Ich gehe zum Dreh, stelle mich hin und spiele. Ich bringe nur mich selbst mit. Und dafür bekomme ich noch Geld. Ist das nicht unglaublich? Zumal ich auch noch gerne die Rollen spiele. Ich habe nicht eine Rolle oder überhaupt irgendetwas im Leben bereut. So viel Glück macht manchmal demütig.

Wie meinen Sie das?

Ich sehe durchaus, was auf der Welt passiert. Ich sehe ganz besonders die Kinder-Armut. Deshalb unterstütze ich ja auch die Stiftung Kinderzukunft. Ich sehe viele Schicksalsschläge. Ich sehe Krankheiten wie Krebs, Schlag-Anfälle, Herzinfarkte. Ich maße mir nicht an zu glauben, dass es mir immer so gut geht. Ich weiß nicht, ob ich Morgen noch lebe.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Ich denke nur bedingt darüber nach. Wie viele Jahre kommen noch? Wie wird wohl das Ende sein? Vor dem Tod habe ich keine Angst. Mein Leben war intensiv und schön. Aber natürlich möchte ich kein Pflegefall werden. Nicht weil ich das selbst nicht verkraften würde, sondern weil ich niemand zur Last fallen möchte.

Sie selbst könnten es verkraften, wenn Sie ein Pflegefall wären?

Ja. Ich habe ja auch das Glück angenommen. Also bin ich verpflichtet, auch das Unglück anzunehmen. Es wäre dann unfair zu jammern oder sich über das Schicksal zu beklagen. Das Problem ist nur, dass ich dann meine Mitmenschen damit belaste. Meine Frau. Ihr möchte ich das nicht antun. Oder den Kindern. Nein, dann lieber gleich Augen für immer zu und weg.

Würden Sie, um diese Belastung zu umgehen, selbst Hand anlegen?

Ich wäre der Typ – ja. Ich hätte die Kraft und den Mut der Konsequenz. Aber ich bin katholisch. Ich glaube an Gott. Ich hätte und habe nicht das Recht mich umzubringen. Auch wenn ich ein Alibi hätte. Eben um meiner Familie nicht zur Last zu fallen. Das gilt nicht. Aber was reden wir da jetzt. Mir geht es gut. Ich bin gesund und putzmunter.

Und arbeiten ohne Ende. Theater-Rollen, TV-Bergdoktor, Buch-Lesungen

Aber es macht mir doch Spaß! Auch die Traumschiff-Kapitäns-Rolle habe ich gerne gemacht. Ich finde die Serie persönlich auch wirklich schön. Das Schiff, die Reisen, die Kulissen, die Handlungen. Es ist eine entspannende Unterhaltung. Kein Mord, kein Tod-Schlag, keine Aggression. Wer das Traumschiff verurteilt, ist arm dran.

Zum Beispiel Christoph Maria Herbst…

Ach der mit seinem Enthüllungs-Buch über das Traumschiff? Nun gut, wenn er meinte es schreiben zu müssen? Nur stimmen die Fakten nicht. Denn da äußert er sich über die Faulheit des Teams. Was für eine Überheblichkeit. Er war damals nur ein kleiner Rollen-Gast. Und dann noch nicht mal ein Guter. Das Team arbeitet sehr, sehr hart.

Laut Christoph Maria Herbst würden Sie nicht textsicher sein…

Es gibt den schönen Spruch: was schert es den Baum, wenn der Hund daran seine Notdurft verrichtet. Natürlich stimmt es nicht. Mich persönlich berührt sein Spruch nicht. Aber so unkollegial gegenüber dem Team zu sein. So abwertend, so arrogant und verhöhnend. Er verurteilt damit auch über acht Millionen Zuschauer pro Sendung.

Wenn jetzt Christoph Maria Herbst vor Ihnen stehen würde…

Dann würde ich ihn gar nicht sehen. Warum auch. Er ist nicht wichtig. Sein Buch ist ein Trittbrettfahrer-Buch und letztendlich hat er ja für unser Traumschiff Werbung gemacht. Man darf das alles nicht so wichtig nehmen. Mir wäre meine Wut viel zu schade für solche Menschen.

Wann können Sie denn richtig wütend werden?

Ich bin nie ein lauter Mensch gewesen. Brüllen und Schreien und Fäuste liegen mir fern. Aber wenn jemand meiner Familie etwas antun würde: ich würde ausrasten. Ich würde für meine Familie töten. Ich würde schon durchdrehen, wenn meiner Enkel-Tochter auch nur das kleinste Etwas angetan werden würde. Da wären mir Gesetze egal.

Was wünschen Sie sich für das Neue Jahr?

Bitte, bitte Gesundheit. Dann wünsche ich mir, dass diese verdammten Kriege aufhören. Übrigens haben die Soldaten im 2. Weltkrieg Heiligabend die Waffen zur Seite gelegt. Alle. Ob Russen, Amis, Deutsche. Heiligabend wurde nicht geschossen. Das wäre mein Wunsch für alle Weihnachten, für alle Tage, alle Jahre. Einfach Frieden.

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Petra Cichos / Interview aktualisiert November 2013

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Jürgen Marcus: Feinfühlig, tiefsinnig, realistisch. Interview

21. November 2013 Cichos Keine Kommentare

Jürgen Marcus Interview

· Ich habe keine Angst vor dem Tod

· Ich habe eine Patienten-Verfügung

· Auch ich bin auf einen Immobilien-Hai reingefallen

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Herr Marcus, wie geht es Ihnen. Sie hatten ja einen schweren Schulterbruch…

Es geht mir wieder gut. Wobei ich nicht sagen möchte, dass es mir sehr schlecht ging. Vor zwei Jahren bin sehr ungünstig gestürzt. Winter, Glatteis –  da hat es mich regelrecht hin geschmissen. Der Heilungs-Prozess hat zwei Jahre gedauert. Letztendlich darf ich dankbar sein, dass es nicht das Rückrat war. So ein Sturz kann zu einem Rollstuhl-Leben führen.

Hatten Sie Angst? Todes-Angst?

Denken konnte ich in dem Moment nichts. Es hat natürlich unglaublich geschmerzt. Da denkt man nicht philosophisch über den Tod nach. Andererseits habe ich in dem Sinne keine Angst vor dem Tod. Also vor dem Fakt des Sterbens. Natürlich möchte ich nicht, dass es qualvoll enden wird. Oder unwürdig. Oder dass ich eine Last für andere werde.

Sie meinen ein Pflegefall?

Ja, aber wer möchte das schon. Ich hatte das Glück immer unabhängig zu leben und selbst über mein Leben bestimmen zu dürfen. Dies heißt natürlich auch Verantwortung über sein Leben zu übernehmen. Da ich niemand die Verantwortung meines Lebens zumuten möchte, habe ich allein schon aus Vernunft eine Patientenverfügung veranlasst.

Sehr vernünftig…

Ja, eine Patientenverfügung ist sehr wichtig. Ich möchte nie jemand die Verantwortung übergeben, dass er über Leben und Tod entscheiden soll. Ich selbst könnte es ja auch nicht. Es ist doch eine Last und man kommt in Gewissenskonflikte, so etwas Schwerwiegendes zu entscheiden. Ärzte darf man diese Entscheidung auch nicht überlassen.

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich glaube nicht an ein neues irdisches Leben, sondern an ein anderes Leben nach dem Tod. Ich bin gläubig. Und ich denke mal, dass jeder Mensche eine Aufgabe hier im Leben hat. Meine war es vielleicht zu Singen, Menschen zu unterhalten, ein paar schöne Stunden zu geben, zu vermitteln.

Haben Sie Ihre Aufgabe erfüllt? Schmerzt es, wenn der Begriff Schlagerfuzzi fällt?

Ich denke, dass ich meine Aufgabe erfüllt habe. Auch unter dem Aspekt so wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Also wenn jemand etwas Böses tut, bekommt er Böses zurück. Ich habe großen Respekt vor dem Leben, vor jeden Menschen. Die Leute, die von Schlagerfuzzis reden, haben leider keinen Respekt.

Wie meinen Sie das?

Es tut nicht weh, wenn man als Schlagerfuzzi bezeichnet wird. Dieser Begriff ist abwertig und wertet damit auch das Publikum, die Zuhörer, die Fans ab. Mit welchem Recht? Ich singe zum Beispiel meine Lieder gerne. Es hat mir immer viel Freude bereitet. Ich habe so viele Menschen kennen gelernt, so viel Erfolg gehabt. Was möchte ich mehr?

Möchten Sie mehr? Haben Sie irgendetwas bereut?

Es hört sich banal an, aber ich möchte nicht mehr und ich habe auch nichts bereut. Ich bin wirklich dankbar, dass ich so leben durfte und immer noch darf. Ich hatte das Glück in eine Zeit geboren zu werden, als es für uns Sänger noch anders war als heute. Wie konnten damals beruflich wachsen. Heute ist das Verfalls-Datum der Super-Star-Sieger unglaublich kurz.

Würden Sie heute wieder Sänger werden wollen?

Es ist heute sehr schwierig. Der Konkurrenzkampf ist durch die vielen Sender und Medien sehr viel größer. Damals gab es zwei Fernseh-Sender, die Hit-Parade oder Ilja Richters Disco. Da gab es noch nicht so eine Überflutung an Sängern, Musik, Sendern und all das. Ein neues Gesicht, eine neue Stimme ist plötzlich da und plötzlich wieder verschwunden.

Die gute, alte Zeit…

Natürlich war es damals auch anstrengend. Und natürlich gab es auch Konkurrenz. Aber irgendwie war alles familiärer, nicht so gnadenlos. Heute müssen sich Sänger gleich am Anfang beweisen. Wir hatten damals Zeit mit dem Publikum zu wachsen. Leider kam damals die Deutsche Welle, bei der ich nicht so mit schwimmen wollte und auch nicht konnte.

Es gab eine lange Pause…

Ja, ich dachte, dass ich ja selbst produzieren könnte und habe mir ein Studio gebaut. Aber ehrlich gesagt, war und bin ich nicht der Produzent. Ich war selbstkritisch genug das einzusehen und bin dann doch wieder selbst auf die Bühne. Ich bin nun mal Sänger und habe gelernt bei diesen Leisten zu bleiben.

Es gab über Sie nie Skandale…

Ein Glück. Das entspricht auch nicht so sehr meiner Mentalität. Ich liebe ein schönes Essen daheim und unter Freunden mehr, als den roten Teppich oder Party-Veranstaltungen. Ich glaube auch nicht, dass man dadurch erfolgreicher ist. Aber das muss jeder selbst wissen. Meine Wege waren eher die friedlichen und friedvollen.

Andere Schlager-Sänger haben viel Geld durch Spekulationen verloren…

Was das betrifft, so bin ich leider auch vor Jahren in so eine Immobilien-Falle geraten. Ich hatte in Berlin ein Mietshaus gekauft. Nicht groß. Es sollte meine Renten-Absicherung werden. Der Verkäufer hatte sich allerdings von den Mietern vorab Kredite geben lassen und den Mietern versprochen, dass sie keine Miete zahlen müssen.

An so einen Betrugs-Trick denkt man ja gar nicht….

Wie wahr. Jetzt bin ich auch schlauer. Die Mieter wollten zu Recht keine doppelte Miete bezahlen. Der Verkäufer ist Insolvenz gegangen, war auch nicht greifbar. Und das war es dann mit meiner Renten-Absicherung. Darüber bin ich noch heute traurig. Wie Menschen andere Menschen so betrügen können. Das ist hart.

Sie haben sehr viel verdient, aber nie auf den Putz gehauen…

Das stimmt. Natürlich ist die Gage schön, um sich das Leben schöner zu machen. Eine gemütliche Wohnung, gutes Essen, Bücher, kleine Reisen. Deshalb sage ich auch nicht, dass Geld nicht wichtig ist. Aber ich habe es nicht raus geschleudert oder eben hoch spekuliert. Und mein kleiner Versuch mit der Renten-Absicherung ist ja kläglich in die Hose gegangen.

Die Show-Branche ist teilweise hart. Sie haben eine feinfühlige Ausstrahlung…

Wenn Sie damit meinen, dass ich selbst nicht hart bin, kann ich dem nur zustimmen. Und es stimmt auch, dass Ellbogen-Kämpfe oder Brüllen und Schreien nichts für mich sind. Man kann auch mit leiseren Schritten durch die Show-Branche gehen. Jedenfalls damals. Heute ist ja alles etwas lauter geworden.

Gehen Sie mit leisen Schritten, weil Sie als Kind vier Jahre im Gips-Bett lagen?

Oh, guter Vergleich. Nein, ich glaube nicht. Ich hatte einen Geburtsfehler. Mein rechtes Bein war kürzer und nach innen gedreht. Zum Glück hat meine Mutter das frühzeitig erkannt. Also konnte noch etwas getan werden. Ich kam in ein Gips-Bett. Aber als Kind registriert man das nicht so. Ich wurde liebevoll umsorgt und später konnte ich ja laufen.

Trotzdem haben Sie nie große Sprünge in Ihrem Leben gemacht…

Hm. Ich habe den großen Sprung zum Sänger geschafft. Finde ich. Denn ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was ich sonst geworden wäre. Singen hat mir schon immer Spaß gemacht. Und wenn man dann noch Applaus bekommt und damit Geld verdient und sich in dieser Art von Leben gut aufgehoben fühlt, ist das doch wunderschön. Ich bin dem lieben Gott dankbar.

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Petra Cichos / Interview aktualisiert September 2013

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Klausjürgen Wussow: Sein Sohn Sascha erinnert sich / Interview

21. November 2013 Cichos Keine Kommentare

Klausjürgen Wussow

Interview mit Sohn Sascha (Alexander) Wussow

* Ich vermisse meinen Vater sehr

* Die Demenz meines Vaters war eine große Depression

* Auch ich bin manchmal schwermütig

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Sascha,  in der ARD-Serie „Traumhotel“, spielten Sie einen braven Sohn…

Ja, diese Rolle hat mich sehr gereizt. Mein Film-Vater, gespielt von Peter Weck, lebt im Altersheim und verliebt sich in eine jüngere Frau, macht plötzlich verrückte Sachen. Ich versuche ihn wieder auf seine altersgerechte Senioren-Bahn zu lenken. Aber das ist gar nicht so einfach.

Dürfen sich ältere Herren nicht in jüngere Damen verlieben?

Natürlich dürfen sie. Und im wahren Leben hätte ich sicher überhaupt nichts dagegen. Schließlich ist es schön, wenn ein Mann sozusagen noch den zweiten Frühling erleben darf.  Im Film bin ich sehr konservativ. Aber privat bin ich es ganz und gar nicht. Wobei natürlich Regeln wie Disziplin und Verantwortung eingehalten werden müssen.

Darauf haben Ihre Eltern Klausjürgen Wussow und Ida Krottendorf sehr viel Wert gelegt.

Ja, wobei von der Erziehung her mein Vater strenger war. Oder sagen wir so: unsere Mutter hat uns humorvoller erzogen. Und natürlich hat sie mit uns mehr Zeit verbracht, als mein Vater. Man könnte fast sagen, sie hat uns allein erzogen. Und sie hat uns sehr gut erzogen. Mit viel Liebe, Herz, Verstand und einem wunderbaren Lachen.

Sie waren bei ihr, als sie starb…

Es war ganz merkwürdig. Uns wurde gesagt, dass es mit ihr zu Ende geht. Beziehungsweise war sie schon in einem Stadium, dass wir gedacht haben, dass sie schon für immer eingeschlafen sei. Meine Schwester und ich standen an ihrem Bett und haben gesungen. Da sprang plötzlich wieder dieses Herz-Gerät an. Es war fast unheimlich.

Sie wollte noch nicht gehen?

Es war wohl eher so, dass sie uns mitteilen wollte: Ich werde für Euch immer da sein. Auch wenn mein Körper nicht mehr da ist. Aber das Herz. Mein Herz ist für Euch immer da. Und das spüre ich auch. Sie ist immer noch da. Mein Vater übrigens auch. Beide haben sich ja damals unendlich geliebt. Für beide war es damals die große Liebe. Ich vermisse beide sehr.

Die dann leider zerbrach…

Ja. Meine Schwester und ich haben ja ein Buch über unsere Eltern geschrieben. Die Basis dazu waren unter anderem auch diese vielen Zettelchen und Liebes-Briefe. Erst als wir diese einmal gründlich gelesen haben und über unsere Eltern richtig nachgedacht haben, wurde uns diese große Liebe bewusst.

Bis Ihr Vater wegen einer anderen Frau Ihre Mutter verlassen hat…

Ich möchte es weder be- noch verurteilen. Ob mein Vater danach jemals wieder so richtig glücklich war, möchte ich auch nicht kommentieren. Ich persönlich glaube, dass seine spätere Demenz eine große Depression war. Eine Flucht. Ich will mit dieser Welt, mit diesen Umständen, mit dieser Art von Leben nichts mehr zu tun haben.

Flucht vor seiner eigenen Lebens-Verantwortung?

Ja. Er wollte, konnte, mochte wohl nicht mehr entscheiden. Mit Problem-Lösungen konnte er auch zu seiner sogenannten gesunden Zeit nicht umgehen. Er war ja niemals ein radikaler Typ. Im Gegenteil. Er war sehr feingeistig, feinfühlig, intelligent und auch damals schon phasenweise melancholisch.

Schade, dass die große Liebe Ihrer Eltern kein Happy End hatte…

Hätte es vielleicht sogar gehabt. Aber dann ist ja meine Mutter gestorben. Sie ist gegangen. Sie war dann nicht mehr für meinen Vater da. Das musste vielleicht auch so sein. Ich weiß es nicht. Vielleicht ist Demenz ja auch so eine Art Krankheit um die Seele vor der bewussten Würdelosigkeit zu schützen. Also dass einem nicht mehr bewusst wird, dass es bergab geht.

Hatte Ihr Vater dieses Lebens-Ende verdient?

Insofern schon, denn er hat ja wie gesagt bewusst nicht mehr so viel mitbekommen. Glaubt man. Ich weiß es nicht. Er konnte aber schon vorher negative Dinge oder Problem-Dinge sehr gut ausschalten, verdrängen. Demenz ist ja auch eine Art Ausschalten. Eine Art Ausschalten vom Leben. Insofern war sein Lebens-Ende für ihn vielleicht auch positiv.

Haben Sie Angst selbst an Demenz zu erkranken?

Ich hatte mir Gedanken darüber gemacht – ja. Ob Demenz vielleicht vererbbar ist. Zumal ich  einige Dinge von meinem Vater in mir selbst sehe. Ich habe mich lange über dieses Thema mit einem Arzt unterhalten. Inzwischen weiß ich, dass dem nicht so ist. Inzwischen weiß ich, dass eine gewisse Melancholie, Schwermütigkeit zum Leben gehört.

Auch Sie haben melancholische Phasen…

Aber ich sehe sie nicht mehr negativ. Melancholie kann ja auch Kreativität auslösen. Viele Künstler brauchen die Melancholie für ihren Kreativitäts-Schub. Na ja, das sagt sich so einfach. Aber ich merke das mit meiner Malerei ja auch. Oder ich könnte sonst wohl gar kein Schauspieler sein. Ich muss Rollen nachempfinden können.

Aber Melancholie, Traurigkeit, ist doch traurig…

Na und? Ist es schlimm, wenn man mal ab und zu traurig ist? Dann ist es eben so. Zum Glück habe ich von meiner Mutter die helle Seelen-Seite geerbt. Sie war unglaublich lustig und agil.  So voller Herzens-Humor. Das habe ich wieder von ihr. Nicht umsonst scheint mein Sternkreiszeichen Waage zu sein. Es gleicht sich dann doch alles aus.

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Petra Cichos / Interview aktualisiert August 2013

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